UW1 wird verfilmt!

Universal Ware OneWie Autor und Zeichner Denis Bajram berichtet, wird seine Meisterwerk Universal War One verfilmt!

Hier geht es zum Artikel.

Ob ein Budget von 40 Mio Dollar ausreichen wird? :D

Universal War One ist eine sechsteilige Science-Fiction-Graphic-Novel (dt. bei Splitter),  die sich u.a. mit  Zeitreisephilosophie beschäftigt. Vergleichen würde ich den Comic ein wenig mit Büchern von Michael Crichton, da hier aus komplexer wissenschaftlicher Thematik ein überdurchschnittlich spannender SciFi-Thriller gemacht wurde. Der besondere Reiz dieser Serie liegt in der ausgeklügelten Erzählweise in verschiedener Zeitebenen, Einbeziehung von jüngeren astrophysikalischen Erkenntnissen, sowie der durchdachten, runden Geschichte. Eine Grafik im letzten Band zeigt, dass sich Bajram die Story, insbesondere die Zeitsprünge vorab überlegt hat, und sich nicht von Album zu Album hangelt. Das Konzept ging auf – UW1 ist beste Unterhaltung, die nicht die Intelligenz des Lesers beleidigt. Lesetipp!

Universal War Two wurde übrigens ebenfalls als zweiter Zyklus angekündigt.

In Brüsel

Letztes Wochenende waren wir bei unseren Kollegen in dem schicken Brüsseler BD-Fachgeschäft "Brüsel". Auf 400m² gibt es dort auf einer Etage Alben und Graphic Novels. So wie bei uns im Laden, nur im belgischen Maßstab. :) So konnte ich schon einen Blick in "Gringo Locos" werfen (die Geschichte über Jije, Franquin und Morris auf der Suche nach dem Wilden Westen erscheint im Januar 2013 bei Carlsen),  und YES – ich habe den lang ersehnten Abschlussband von "Das Einhorn", einer der Top-Serien der letzten Zeit gesichtet (Abschlussband kommt Ende Mai bei Splitter)  – und natürlich kein Wort verstanden. Und in dem neuen Schuiten "La Douce" konnte ich auch schon mal blättern. Der sieht auch mal richtig gut aus, hoffentlich finden wir den Band bald im Programm von Schreiber & Leser.

Gringos LocosLicorne 4La Douce

Und natürlich gab es noch vieles mehr, unmöglich hier alles aufzuzählen.

Im Obergeschoss des Ladens gibt es Poster und Drucke, und noch bis 27. Mai 2012 eine kleine Ausstellung mit Originalzeichnungen und Drucken von Schuiten.

Schuiten Ausstellung im Comicladen Brüsel, Bild 1

Schuiten Ausstellung im Comicladen Brüsel, Bild 2

 

Falls Ihr mal in Brüssel seid, laßt Euch Brüsel nicht entgehen!

http://www.brusel.com/

 

 

Parallelwelten

Tagesspiegel - Brüsel

In meiner kleinen, seit 2009 laufenden Kolumne im Comic-Blog des Berliner Tagesspiegels ist gerade mal wieder ein Artikel erschienen:
Die geheimnisvolle Stadt Brüsel (alternativ auch hier im Blog zu finden).

Der Comic-Blog des Tagesspiegels ist eine der vielseitigsten Informationsquellen über Comics. Gezeichnete Geschichten aller Genres und Formate, aber auch comicverwandte Themen wie Verfilmungen oder Veranstaltungen werden dort regelmäßig besprochen. Die Werke werden dort nicht nur gefeiert, sondern auch kritisch rezensiert. Im Gegensatz zu anderen Portalen oder Magazinen wird der Comicblog unabhängig von Comicverlagen betrieben, ist damit eine wichtige Ressource, und sprengt dabei mühelos auch noch die Grenzen des sonst manchmal recht eindimensionalen Rahmens der Kulturabteilungen verschiedener Medien.

Die Beiträge stammen von comicbegeisterten Redakteuren, Künstlern, Brancheninsidern und Journalisten. Reinlesen!

http://www.tagesspiegel.de/kultur/comics

Eine Frau sieht rot!

Das jemand bei uns der ersten Teil eines Comics kauft, und drei Stunden später dann wieder im Laden steht und Teil zwei haben will, kommt manchmal aber selten vor. Das dies gleich zwei mal passiert, ist schon unwahrscheinlich. Bei der vorliegenden Serie ist es so geschehen. So hat sich "Das Schwert" von den Luna-Brothers zu einem heimlichen Favoriten unseres Ladens entwickelt. Nun sind endlich Teil 3 und 4 erschienen, und die Serie liegt vollständig vor. Hier der Rückenbildbeweis:

Das Schwert - Rückenbild

Das Schwert ist ein klassisches Rachepos mit phantastischen Elementen. Die querschnittsgelähmte Protagonistin findet ein Schwert, welches ihr übernatürliche Fähigkeiten verleiht, und beginnt einen blutigen Rachefeldzug gegen die Mörder ihrer Familie. Jede Menge Action und Kollateralschäden inklusive. Da fliegen durchaus auch mal Körperteile durch die Gegend. Was sich jetzt nach einer Kreuzung zwischen "Ein Mann sieht rot" und "The Punisher" mit einer Prise "Kill Bill" anhört – erfüllt genau diese Klischees, macht aber irgendwie viel mehr Spaß. Die große Leistung dieses Comics ist die ungewöhnlich fesselnde Dramaturgie, die Art und Weise wie diese Geschichte in Bildsprache umgesetzt wird. Jeder der ersten drei Teile hinterläßt das Gefühl, unbedingt wissen zu müssen wie es weiter geht. Großartig anzusehen ist auch die zugleich verletzliche aber auch smarte Hauptdarstellerin. Solide aber fast unspektakulär gezeichnet, entwickelt die Geschichte einen Drive den man in dieser Perfektion in nur sehr wenigen Comics findet.

Den schicken Trailer des US-Publishers hatten wir bereits bei Erscheinen der Bände 1 und 2 gepostet. Weil der so schön ist, hier gleich nochmal:

Das Schwert  1-4
von den Luna-Brothers
Cross Cult
Hardcover, je 160 Seiten, farbig
je Band 22 EUR

Wider die Müdigkeit

Am 2. und 3. Juni 2012 lädt die Heinrich-Böll-Stiftung zum kulturellen Festival "Wider die Müdigkeit" nach Berlin. Ihre Gäste kommen aus dem Nahen Osten, Mittel- und Osteuropa sowie Deutschland. Die Literaten, Wissenschaftlerinnen, Musiker, Malerinnen, Comic-Zeichner und Kuratoren erzählen über ihren Widerstand in Unterdrückungsregimen. Sie präsentieren künstlerische und intellektuelle Reaktionen auf die gesellschaftlichen Schwingungen, die letztlich zu großen Veränderungen führten – ob vor einem Jahr in Ägypten und Tunesien oder seit 1989 in den Ländern Osteuropas.

Unter anderem wird Magdy El-Shafee (Libyen) Originalzeichnungen aus seiner Graphic Novel "Metro" zeigen, in der er die sozialen und politischen Zustände seiner Heimatstadt Kairo anprangert:

MetroSchihab, ein junger Software-Ingenieur aus Kairo, gerät in die Fänge von korrupten Geschäftemachern. Nachdem er den Mord an einem Geschäftsmann, der ihn unterstützen wollte, beobachten musste, beschließt er eine Bank zu überfallen, um seine Schulden begleichen zu können.
 
Nun sind ihm nicht nur seine Gläubiger, sondern auch die Polizei auf den Fersen. Es beginnt eine abenteuerliche Flucht durch die pulsierende Metropole Kairo.
Korruption, Willkür, sexuelle Frustration, Jugend ohne Zukunft: Bereits drei Jahre vor dem Arabischen Frühling hat Magdy El-Shafee die Ursachen thematisiert, die zu den aktuellen Ereignissen führten. Eine eindrückliche Geschichte von Jugendlichen in Kairo, kurz vor dem Arabischen Frühling. In Ägypten verboten!

Metro
Magdy El-Shafee
Edition Moderne
Softcover, 96 Seiten, s/w, 18.00 EUR
erscheint im Juni '12

Veranstaltungsort: Heinrich-Böll-Stiftung in 10117 Berlin, Schumannstr. 8

Ausführliche Informationen zur Veranstaltung: http://www.wider-die-muedigkeit.de

 

Quellen: Pressetexte von ARTEFAKT Kulturkonzepte / Buchbeschreibung von GraphicNovel.Info.

Der Spieler

Der SpielerSucht ist listig. Gegen sie zu argumentieren ist sinnlos, weil sie immer die besseren Argumente hat. Wie süß klingt der Satz Nur eine Zigarette nach dem Essen, wenn man sich gerade das Rauchen abgewöhnen will. Wer dieser Logik nachgibt, stellt schnell fest, dass es plötzlich sehr viele Situationen gibt, die man irgendwie mit nach dem Essen umschreiben kann. Und dann gibt es noch die Suchtverlagerung. Wer nicht auch sein Suchtverhalten, sondern nur den Suchtstoff ändert, befriedigt sein Bedürfnis nach oraler Zufuhr später nicht mehr mit Zigaretten, sondern mit dem Kühlschrankinhalt.

Der russische Autor Fjodor Dostojewski kann ein Lied davon singen. Er war hochgradig spielsüchtig. Sein Roman Der Spieler beschreibt diese Leidenschaft ausführlich. Und auch in diesem Roman spielt Suchtverlagerung eine Rolle: Vor der Spielsucht steht die Liebe zu einer Frau. Die schöne (und berechnende) Polina behandelt den sie anhimmelnden Alexej wie ihren Schoßhund. Alexej nimmt alle Demütigungen in Kauf, um ihr nahe sein zu können. Das Schema wiederholt sich, als er anfängt zu spielen: Auch da nimmt er jede Demütigung in Kauf, um am Roulettetisch sitzen zu können.

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