Wieder einmal hat der kleine Verlag "Salleck Publications" eine Perle entdeckt und der deutschprachigen Leserschaft zugänglich gemacht. "Esteban" erzählt die Geschichte eines Indianerjungen, der auf der Leviathan, einem Walfänger anheuert, und dort auf zwei mächtige Gegner trifft: den Wal und den Fortschritt.
Graphic Novel
Der friedvolle Krieger
Dan Millman adaptiert in der Graphic Novel "Der friedvolle Krieger" zusammen mit Illustrator Andrew Winegarner seinen Bestseller-Roman "Der Pfad des friedvollen Kriegers".
Der Autor verbindet autobiografische mit übernatürlichen Handlungselementen. Millman war selbst ein großes amerikanisches Kunstturntalent, bis ein Unfall seiner erfolgversprechenden Laufbahn als Profisportler ein Ende bereitete. An einer Tankstelle lernt Millman den Schamanen Socrates kennen, dessen Bekanntschaft sein Leben verändern wird.
Last Days of American Crime
Noch zwei Wochen hat der Kriminelle Bricks Zeit, seinen letzten Coup zu landen und sich abzusetzen. Denn nach Ablauf dieser Frist startet in den USA ein neues Programm zur Verbrechensbekämpfung.
Mittels eines Neuro-Inhibitors, der ein direkt auf den Willen der Menschen wirkendes Signal austrahlt, wird es zukünftig unmöglich sein, gegen das Gesetz zu verstoßen. Bricks Partner verfolgen dabei noch ganz eigene Interessen, und die 14-tägige Deadline ruft noch weitere Verbrecher auf die Bühne…
James Sturm im Heimathafen Neukölln
Für mich die bisher beste Comicveröffentlichung in diesem Jahr: James Sturm – Marktag, diesen Monat in deutscher Übersetzung bei reprodukt erschienen.
Nächsten Mittwoch, am 22.06., ist James Sturm nun in Berlin und stellt das Buch sowie Hintergrundinformationen dazu im Heimathafen Neukölln vor.
Essex County 2: Geistergeschichten
Eine melancholische Story über Alter und Einsamkeit
Wandering Ghost
Comics ohne Text sind vielleicht die schwierigste Form des grafischen Erzählens. Hier gibt es keine Erklärungen, keine sprachlich ausformulierte Einleitung oder Hintergrundgeschichte, keine Dialoge – alleine die Aussagekraft der Bildsequenzen zählt.
Im günstigsten Fall schafft es der Künstler, dem Betracher mit den Abbildungen mehr zu vermitteln als mit Worten möglich wäre, so wie beispielweise in Shaun Tans "The Arrival", Eric Drookers "Blood Song: A Silent Ballad", oder eben in dem vorliegenden Band "Wandering Ghost" von Moki.
Swinging London
Peter Hetzler empfiehlt den neuesten Band aus der Noir-Reihe von Schreiber & Leser:
Graphic Novels – Edition der Süddeutschen Zeitung
Unter dem Label "Bibliothek Graphic Novels" startet am 12.März eine Reihe ausgewählter Graphic Novels in einer Edition der Süddeutschen Zeitung.
Auch wenn die SZ Ihre Graphic Novels hier mit 'illustrierten Romanen' verwechselt bzw. ihre Comics so betitelt (gezeichnete Literatur ist eben etwas anderes, als Literatur mit Illustrationen), und auch das Medium recht einseitig in Richtung Realität, Biografie und Zeitgeschichte (Fiction, Fantasy oder Humor werden da völlig ausgeklammert) begreift, ist das ansonsten eine wirklich schöne Sache. Immerhin sind einige der besten Künstler und großartigsten Comics dabei.
Alle Bände erscheinen als gebundene Hardcoverausgabe in einem einheitlichen Format zu einem vergleichsweise günstigen Preis – eine gute Gelegenheit, um Graphic Novels kennen zu lernen oder Lücken in der eigenen Bibliothek zu schließen. Bitte teilt uns ggf. Euren Bedarf mit.
Jahresrückblick
Ein erfolgreiches Comicjahr geht dem Ende entgegen. Wir schauen noch einmal zurück und präsentieren Euch hier unsere persönlichen Highlights des Jahres.

Oh diese Mädchen!
Peter Hetzler empfiehlt eine charmante Coming-of-Age Geschichte.
Die Splitter-Books entwickeln sich mehr und mehr zu einer Reihe echt unterhaltsamer Schmöker. Sie unterscheiden sich in Inhalt und Erzählweise deutlich vom sonstigen Fantasy- und Abenteuerprogramm des Verlags. Das gilt auch für dieses Album. Sophie Michel erzählt hier die Geschichte von drei Mädchen – vom Zeitpunkt ihrer Geburt bis zu ihrem 18. Lebensjahr.
Meine Beschneidung
Ein Comictipp von Peter Hetzler.
Immer wieder schön, Comics zu lesen, die Information mit viel Humor in eine unterhaltsame Geschichte packen. Wie das beispielsweise Marjane Satrapi in ihrem Persepolis gemacht hat. Das Album von Sattouf ist thematisch natürlich bei weitem nicht so umfassend wie Persepolis, von der Art her aber vergleichbar. Denn auch Sattouf berichtet von kulturellen Ritualen, die uns fremd sind.
Sie müssen erzählen

Immer wieder ein beliebtes Thema vor der Ladentür: die Diskussion um den Sinn und Unsinn der Bezeichnung "Graphic Novels". Vor einiger Zeit ist nun wohl so etwas wie der deutsche Prototyp für diesen Stil erschienen: Peer Meter & Barbara Yelin – Gift.
"Gift", das dürfte inzwischen bekannt sein (und so braucht es auch keinen weiteren Sticker auf dem schönen Cover), ist die Geschichte der 15fachen Giftmörderin Gesche Gottfried aus Bremen. Eine der letzten Frauen, die in Deutschland – 1831 -hingerichtet wurden. Aber eigentlich geht es in dem Comic weniger um sie – ihre Taten sind unbestritten – als um den Umgang bzw. den Nichtumgang der Gesellschaft mit dieser (kranken) Frau: wie kann es eine Stadt zulassen, dass in ihrer Mitte jahrelang eine Giftmörderin ihr Unwesen treibt, ohne das jemand eingreift. Es geht um die Emanzipation der Frauen und die Ignoranz der Männer. Ein Comic auf mehreren Ebenen und ein zutiefst deutscher Comic, getragen von dem was im Ausland oft als "german geist" bezeichnet wird.
Herbst und Winter – Zeit der Mäuse

Nach dem vielfach prämierten Herbst-Band erschien vor einigen Tagen nun der Winter-Band der „Mouse Guard“ – Reihe. Damit setzt der Crosscult-Verlag eine der schönsten Comic-Reihen fort.
Die Herberge am Ende der Welt

Der Comictipp des Monats September von Peter Hetzler.
Im Jahr 1984 reist der Schriftsteller Edgar Saint Preux von Paris an die bretonische Küste, um in Ruhe ein Buch zu schreiben. Er steigt in einem Gasthaus ab, das zu Recht den Namen ?Herberge am Ende der Welt“ trägt, denn rundum gibt es nichts und niemanden zwischen den regenumtosten Klippen der rauen Küste. Eine düstere Atmosphäre, in der der Herbergswirt – ein kranker alter Mann – ihm ein Zimmer zuweist, bevor er sich wieder hustend und fiebernd ins Bett zurückzieht.
Nach der Sintflut

Wenn die Welse den Fluss verlassen: „Das Ende der Welt“ von Pierre Wazem und Tom Tirabosco erzählt eine poetische Geschichte auf hohem künstlerischen Niveau.
Alles ist dunkel und es regnet in Strömen. Bei einem Unfall wird das Auto einer Familie von einem Baum zerquetscht. Einige Jahre später ein ähnliches Szenario: sintflutartige Regenfälle. Die Welse steigen vom Grund der Flüsse auf – der Weltuntergang scheint bevorzustehen.