Der Berliner Reprodukt-Verlag, bekannt für sorgfältig editierte und handverlesene Comics, und in letzter Zeit vor allem für seine Feuilleton-kompatiblen grafischen Romane, die heute den gefühlten Mainstream der Comics in den Buchhandlungen bilden, legt immer mal wieder einen Ausflug zu seinen Wurzeln, den Independent-Comics ein. Erst vor kurzem erschien die Gesamtausgabe von "Black Hole", dem Opus Magnum des amerikanischen Underground-Zeichners Charles Burns.
Nun ist das neueste Werk für Undergroundcomic-Fans bei uns eingetroffen:
Container, eine (fast) Gesamtausgabe des Comicschaffens des schwedischen Künstlers und zeitweisen Wahlberliners Max Andersson. "Genau meine Art von Spaß" sagte oben genannter Charles Burns einmal über Anderssons Werk. Das sagt wohl schon eine Menge aus.
Max Anderssons Geschichten und Zeichnungen, die größtenteils in den 90er Jahren entstanden, sind morbide, debil, bitter böse, oft sau komisch, manchmal auch einfach zynisch, verstörend, dadaistisch. Die Protagonisten sehen – soweit sie überhaupt menschliche Züge tragen – eigentlich alle irgendwie fertig aus, wie abgemagerte Gefängnisinsassen auf Entzug.
Andersson nutzt die Möglichkeiten des Comics voll aus. Das ist nicht filmisch, und das ist nicht literarisch, da ist kein illustriertes Storytelling – das ist Comic pur und nur in diesem Medium möglich und völlig eigen, geradezu beispielhaft für das Medium. Andersson bedient sich aller zeichnerischen Freiheiten und bezieht auch die formale Struktur des Comics in das Geschehen mit ein. Vergleichbar ist das m.E. noch am ehesten mit den Werken des britischen Underground-Zeichners Hunt Emerson, wobei auch dieser Vergleich hinkt. Unmöglich, dies genauer in Worte zu fassen, verweise ich hiermit einfach mal auf unser Video.
Container – der Titel des Buches erweist dem Umfang alle Ehre: der 280 Seiten zählende Band enthält die Comics "Pixy", "Vakuumneger", "Der Tod", sowie einiges an bislang unveröffentlichtem Material, und bietet in seiner Dichte und Vielfalt Lesespaß für viele Stunden. Eine Empfehlung für Entdecker, Undergroundnostalgiker und alle, die etwas für schrägen, schwarzen Humor und seltsame Dinge übrig haben.
Container
Max Andersson
Reprodukt
Softcover, 280 Seiten, s/w, teilweise farbig, 29 EUR


Der neue Lucky Luke ist da! Diesmal handelt es sich um eine Kurzgeschichtensammlung über Lucky Luke in jungen Jahren aus der Feder von Achdé (der uns zuletzt mit 




David E. Peterson wurde am 4. Juli 1977 geboren. Er schlug schnell eine künstlerische Laufbahn ein. Eine regelmäßige Diät aus 80er Jahre Zeichentrickserien, Comics aller Art und auf Bäume Klettern hat seine Vorstellungskraft nachhaltig beeinflusst und inspiriert ihn noch heute. „Ich erinnere mich gerne daran, wie wundervoll die Welt war, als ich 8 oder 9 war. Es ist diese Art von unschuldiger Neugier und unendlichen Möglichkeiten in denen ich am meisten Schönheit und Anregungen entdecke. Das ist es, wonach ich in meiner Arbeit am meisten strebe … der typische Peter-Pan-Komplex.“
Wieder lieferbar: Nordguard, die ambitionierte amerikanische Indie-Produktion. Aufwendig und liebevoll gezeichnet ist dies der erste Teil einer geplanten Trilogie, die nicht im gewohnten US-Heftformat, sondern in Albengröße erscheint (ca. A4).