Die neuen Graphic Novels von Carlsen sind da:
Beta – Jens Harder
In seinem Band Alpha erzählte Jens Harder die Geschichte vom Urknall bis zum ersten Menschen. Dazu verwendete er zahlreiche Darstellungen, Metaphern und Zitate aus Wissenschaft, Kunst, Kultur und Religion. Ein Werk, das nicht nur wegen seines Umfangs, sondern auch seiner künstlerischen Umsetzung beeidruckte. Nun ist der zweite Band seiner geplanten Trilogie erschienen: Beta. Diesmal wird der Zeitraum vom ersten Menschen bis zur Beginn der Zeitrechnung vor 2000 Jahren betrachtet. Nicht weniger umfangreich als Alpha kommt Beta in einem Format von ca. 20 x 31cm mit 368 Seiten daher. Der dritte Zyklus Gamma soll dann später ürbigens einen Ausblick in die Zukunft geben.
Green River Killer
Zum Glück gibt es in Wirklichkeit nicht so viele Serienkiller wie in der Popkultur. Spätestens seit "Das Schweigen der Lämmer" haben die Psychos Hochkonjunktur. Aber etliche wahre Fälle gibt es doch. Nach Haarmann (Carlsen) und Gesche Gottfried (Gift, Reprodukt) wurde nun eine weitere Serienmördergeschichte in eine Graphic Novel gefaßt. Diesmal geht es um die Suche nach den Motiven des berüchtigten Green River Killers, der innerhalb von 19 Jahren 50 Frauen ermordete. Die Suche nach Motiven eines Geisteskranken – da bin ich übrigens mal auf die Antwort gespannt.
Das Attentat
Der Titel beschäftigt sich damit, wie einen palästinensische Frau zur Selbstmordattentäterin wird. Es handelt sich um die Adaption eines Romans von Yasmina Khadra, laut Carlsen bietet der Roman Einblücke in die Hintergründe des Verbrechens, ohne es damit zu rechtfertigen.
Vasmers Bruder
German Angst meets Promidinner – noch ein Serienmörder. Diesmal geht es um Karl Denke, der im ersten Viertel des 20. Jahrhunderts in Schlesien viele Menschen umgebracht und – ihr ahnt es schon – auch aufgegessen hat. Autor Peer Meter hat bereits die Geschichten über Haarmann und Gift geschrieben, und schreckt nicht davor zurück, nochmal in genau die gleiche Kerbe zu schlagen. Grafisch ist das Artwork von Bassewitz leider überhaupt nicht mein Fall – zu sehr sieht vieles irgendwie nach gefilterten Fotos aus, und die inhaltliche Darstellung fällt auch oft der stimmungsgebenen Verwaschenheit der Bilder zum Opfer. Für Leute, die diesen Stil mögen und auch in der Vergangenheit mit dem konstruierten Schreibstil von Peer Meter zurecht kamen, könnte dies natürlich denoch interessant sein, auch wenn der Gewinner eines Serienmörder-Kannibalen-Promidinners doch eher Hannibal Lecter sein wird. Ansonsten alternativ mal in From Hell reinschauen (Achtung: Meisterwerk)
Als kleine Gegendarstellung hier noch eine positive Rezension. Dort wird auch gleich nochmal erklärt, was Graphic Novels sind. Für alle, die es vergessen haben. Link.
Der neue Tardi ist vor einigen Tagen eingetroffen. Darin erzählt Tardi, der bereits mehrere hervorragende Comics über den Ersten Weltkrieg geschaffen hat ("Grabenkrieg", "Elender Krieg"), die Geschichte seinen Vaters während der Kriegsgefangenschaft im Zweiten Weltkrieg.


Egon Schiele (1890 – 1918) gehörte zu den wichtigsten Malern der Wiener Moderne. Sein Mentor Gustav Klimt setzte sich immer wieder für den jungen Nachwuchskünstler ein, der für den konservativen Wiener Geschmack etwas zu freizügige Bilder malte. Sigmund Freud arbeitete zwar zur gleichen Zeit in der Kulturmetropole, aber die von ihm entwickelte Psychoanalyse steckte noch in den Kinderschuhen, und die Thematisierung von Sexualität galt weitgehend als Tabu. Gerade Aktbilder gehörten aber zu Schieles Lieblingsmotiven, und die Freizügigkeit, mit der er seine Modelle posieren ließ, ärgerte die Moralhüter der Akademie.



Die krassesten Stories schreibt doch immer noch das Leben selbst, wie z.B. in dieser Lebensgeschichte. Der erste Mann am Nordpol war Metthew Henson, der dafür Zeit seines Lebens nicht gerühmt wurde – weil er Afroamerikaner war und im Schatten des rücksichtslosen Forschers Peary stand.
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