Frauenpower

Revolver

Mit dani books startet nun ein neuer Comic-Verlag durch. Nachdem bereits letztes Jahr Reprints der alten Don Rosa Klassiker erschienen sind, hat der Verlag nun ein kleines aber, feines Programm für 2013 bekannt gegegen. Mit dabei sind einige alte Bekannte, wie die Gesamtausgabe der Serie Monster Allergy (hier wird es zum GCT auch ein Heft geben), amerikanische Bestseller wie Amulet (eine wunderbare Fantasy-Geschichte (warum da keiner der etablierten Verlage längst zugeschlagen hat bleibt wohl ein Rätsel), oder auch eine deutsche Ausgabe von Jim Hensons Tale of Sand, welches letztes Jahr drei Eisner Awards abgeräumt hat und auch in unserer Best-of-2012 Liste vertreten war.

Los geht es nun mit Danger Girl: Revolver, das seit gestern nun auch bei uns verfügbar ist (dazu gibt es gratis und schön-gefährliche Postkarten, solange der Vorrat reicht!).

Wie man bereits unschwer auf dem Cover erkennt, würden die Damen auch mehrere Dirndl füllen [scnr]. Allerdings füllen die Girls auch die Geschichte, denn bei Danger Girls sind die Mädels nicht nur die Subjekte der Begierde, sondern selbst die Heldinnen, und nicht einem Helden mit Y-Chromosomen als Babe an die Seite gestellt. Die Danger Girls, das sind toughe Frauen in "cartoonigem" Zeichenstil mit Pin-up-Elementen, in einem Comic, der sich selbst zum Glück auch nicht zu ernst nimmt. Dazu kommt eine leichte Handlung mit rasanter Action und Dynamik, die man am besten als explosiv bezeichnen kann.

Danger Girl: Revolver

Danger Girl: Revolver
von Andy Hartnell und Chris Madden
Dani Books
Softcover, 104 Seiten, Farbe, 13,00 EUR

 

Femmes Fatales

Kommen wir nun zu einem amerikanischen Klassiker: The Spirit. Comic-Pionier und Graphic-Novel-Vater Will Eisner zeichnete die Detektivgeschichten um den Spirit als Zeitungsstrip im Zeitraum von 1940 bis ca. 1952. Neben den umfangreichen "Spirit Archiven" (quasi der Gesamtausgabe) erschien bei Salleck-Publications bereits 2009 der Band The Spirit: Die besten Geschichten, der sich bei uns großer Beliebtheit erfreute. Nun ist ein weiterer Band mit dem Untertitel Femmes Fatales erschienen. Dieser Band versammelt auf knapp 200 Seiten 23 Geschichten, in denen dem Spirit gefährliche oder verführerische Frauen zum Verhängnis werden. Wie auch der Best-of-Band ist dieses Buch allen zu empfehlen, die mal einen – aber nicht alle – Spirits lesen möchten. Und es lohnt sich. Alleine die wunderbaren, den einzelnen Geschichten vorangestellten Introseiten sind ein Genuss.

The Spirit - Femmes Fatales

The Spirit: Femmes Fatales
von Will Eisner
Salleck Publications
Softcover, 192 Seiten, Farbe, 12,90 EUR

Bestseller 2012

Unter Die besten Comics 2012 hatte ich Euch meine persönlichen Lieblingscomics vorgestellt. Heute haben wir mal unsere Verkaufszahlen ausgewertet, und die Topseller 2012 ermittelt.

Bestseller 2012:

Platz 1:

  • Aufzeichnungen aus Jerusalem / Reprodukt

Platz 2:

  • Mouse Guard: Legenden / Crosscult

Platz 3:

  • Packeis / Avant

Platz 4:

  • Orbital 3.1 / Splitter

Platz 5:

  • Das Upgrade 1 / Zitty

Platz 6:

  • Pjöngjang / Reprodukt

Platz 7 teilen sich:

  • Ein neues Land / Carlsen
  • Die Blutprinzessin / Schreiber & Leser
  • Der grosse Tote / ECC
  • Der alltägliche Kampf / Reprodukt

Platz 8 teilen sich:

  • Die Reise zum Kerguelen Archipel / Splitter
  • Atlantic 12 / Schreiber & Leser
  • Atar Gull / Avant
  • Texas Cowboys / Salleck-Publications
  • Das Schattenreich von Troy / Splitter

Platz 9:

  • 3 Sekunden / Reprodukt

Platz 10 teilen sich:

  • Zwerg / Splitter
  • Arzak / ECC
  • Der Geschmack von Chlor / Reprodukt

 

Der Fairness halber sei dazu gesagt, das Mouse Guard und Das Upgrade durch Signieraktionen in unserem Laden einen deulichen Zuwachs in der Verkaufszahlen erreichen konnten. Aber auch ohne diese Aktionen würden die beiden Titel höchstwahrscheinlich in den Top 10 liegen.

Interessant ist dabei zu sehen, dass einige gute Longseller wie Ein neues Land immernoch jede Menge Novitäten in den Verkaufzahlen ausstechen. Qualität kommt eben nicht aus der Mode.

Die besten Comics 2012

Das war mal wieder ein aufregendes Comic-Jahr mit unzähligen Novitäten. Als Vielleser lasse ich mir es natürlich nicht nehmen, auch dieses Jahr wieder ein paar der besten Comics einschl. Graphic Novels zu würdigen – wie immer garantiert persönlich, subjektiv und frei von jeder Attitüde:

 

Der grosse Tote Band 3Der grosse Tote – Blanche

von Régis Loisel, Vincent Mallié
Ehapa Comic Collection
 
Der dritte Band der Fantasieserie – Fantasie vs. Realität
Leider ist Band 1 verlagsvergriffen. Wir haben noch genau 1 Exemplar auf Lager. Im Januar wird es eine neue Auflage geben.
 

Essex County 3 - Die KrankenschwesterDie Krankenschwester

von Jeff Lemire
Edition 52
 
Der dritte und abschließende Band der Essex County – Reihe.
Der Comic gehörte laut einer kanadischen Statistik zu den fünf beliebtesten Büchern (inkl. Non-Comics!). Eine melancholische Geschichte über das Leben und verpasste Möglichkeiten, über Generationen spannend.
 

Mosue Guard: Legenden 1Mouse Guard: Legenden der Wächter 1

von David Petersen, Jeremy Bastian, Ted Naifeh, Alex Kain, Sean Rubin, Alex Sheikman, Terry Moore, Gene Ha, Lowell Francis, Jason Shawn Alexander, Nate Pride, Katie Cook, Guy Davis, Karl Kerschl, Craig Rousseau, Mark Smylie, João M. P. Lemmons
Crosscult
 
Eine Anthologie mit Künstlern der amerikanischen Indie-Szene. Für Fans der Künstler ebenso interessant wie für Entdecker. Zugleich ein schöner Nebenband zu der preisgekrönten Hauptserie.
 

ArzakArzak

von Moebius
Ehapa Comic Collection
 
Das letzte Werk des Meisters. Moebius nimmt uns nochmal mit auf die Reise.
 

ZwergZwerg

von Shovel
Splitter

Kleiner Mann in einem großen Comic.  Klassisch und originell zugleich. Fantasy vom Feinsten.

 


Quai D'OrsayQuai D'Orsai

von Abel Lanzac und Christophe Blain
Reprodukt
 
Eine politische Geschichte, geschrieben von einem Insider des französischen Außenministeriums (Pseudonym Lanzac), virtuos gezeichnet von Christophe Blain. Jetzt auf deutsch.
 

PortugalPortugal

von Cyril Pedrosa
Reprodukt
 
Eine Reise nach Portugal wird zur Reise in die Vergangenheit und führt zur Selbstfindung. Virtuos umgesetzt.
 

Atlantic 12Atlantic 12

von Schuiten
Schreiber & Leser
 
Nostalgie vs. Fortschritt. Retrofuturistik von Schuiten, einem meiner Lieblingszeichner.
 

Texas CowboysTexas Cowboys

von Bonhomme und Lewis Trondheim
Salleck Publications
 
Gleichzeitig Hommage und Parodie, klassischer Westernstoff, modern-verschachtelt erzählt.
 

PackeisPackeis

von Simon Schwartz
Avant
 
Spannende und interessante Erzählung über den ersten Mann am Nordpol, der ein Schwarzer war.
 

Tale of SandTale of Sand

von Jim Henson, Jerry Juhl, Ramón Pérez
Archaia

Jim Hensons nie verfilmtes Skript als Comic. In den USA mit drei Eisner Awards ausgezeichnet: "Best Graphic Album – New", "Best Penciller/Inker or Penciller/Inker Team", "Best Publication Design".
 
 

Billy BatBilly Bat

von Urasawa
Carlsen Manga
 
Crime Noir als Manga. Spannend und mysteriös wie ein Hitchcock-Film.
 

KomaKoma

von Wazem und Peeters
Reprodukt
 
Traumhaft – im wahrsten Sinn des Wortes.
 

Der Zauberer von OzDer Zauberer von Oz

von L. Frank Baum, Eric Shanower
Panini
 
Eine wunderbare, werkgetreue Adaption des Klassiker. It's magic.
 

Orbital 3.1Orbital 3.1

von Pelé und Runberg
Splitter
 
Aliens, intergalaktische Diplomatie, Terrorismus, Intrigen – die beste aktuell laufende Sci-Fi Serie von Runberg geht weiter.
 

Das SchwertDas Schwert

von den Luna Brothers
Crosscult
 
Eine Frau sieht rot. Ein Racheepos mit einer beispielhaften Dramaturgie, spannender geht es kaum.
 
 

 

Ein Haus von Frank Lloyd Wright

Ein Haus von Frank Lloyd WrightEine kleine rosa Tulpe als Geburtsmal auf der Haut – das machte Rebecca (oder hieß sie Rosie? Rhonda? Rita? Daisy?? Roberta???) unverwechselbar. Lambert ist sich sicher – nicht des Namens, dazu ist es zu lange her – aber das Mal, das hatte sie.

Leider streitet die Dame, die er da nach Jahrzehnten zufällig in einer verschneiten Straße trifft, ab, so zu heißen, oder ihn zu kennen – und er kann sie ja schlecht darum bitten, das zu beweisen, denn die Tulpe befand sich auf ihrer linken Gesäßhälfte. Er ist längst ein alter Mann und lebt in einem Seniorenheim, und die Dame seines Herzens, seine ehemals große Jugendliebe aus dem Sommercamp, ist im Laufe der Jahre auch nicht jünger geworden. Doch Lambert ist sich sicher, und so bleibt er dran, und sie lädt ihn immerhin zu einem selbstgemachten Eintopf ein. Das ist doch ein Anfang.

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Container – Gesamtausgabe

Der Berliner Reprodukt-Verlag, bekannt für sorgfältig editierte und handverlesene Comics, und in letzter Zeit vor allem für seine Feuilleton-kompatiblen grafischen Romane, die heute den gefühlten Mainstream der Comics in den Buchhandlungen bilden, legt immer mal wieder einen Ausflug zu seinen Wurzeln, den Independent-Comics ein. Erst vor kurzem erschien die Gesamtausgabe von "Black Hole", dem Opus Magnum des amerikanischen Underground-Zeichners Charles Burns.

Nun ist das neueste Werk für Undergroundcomic-Fans bei uns eingetroffen:

Container Container, eine (fast) Gesamtausgabe des Comicschaffens des schwedischen Künstlers und zeitweisen Wahlberliners Max Andersson. "Genau meine Art von Spaß" sagte oben genannter Charles Burns einmal über Anderssons Werk. Das sagt wohl schon eine Menge aus.

Max Anderssons Geschichten und Zeichnungen, die größtenteils in den 90er Jahren entstanden, sind morbide, debil, bitter böse, oft sau komisch, manchmal auch einfach zynisch, verstörend, dadaistisch. Die Protagonisten sehen – soweit sie überhaupt menschliche Züge tragen – eigentlich alle irgendwie fertig aus, wie abgemagerte Gefängnisinsassen auf Entzug.

Andersson nutzt die Möglichkeiten des Comics voll aus. Das ist nicht filmisch, und das ist nicht literarisch, da ist kein illustriertes Storytelling – das ist Comic pur und nur in diesem Medium möglich und völlig eigen, geradezu beispielhaft für das Medium. Andersson bedient sich aller zeichnerischen Freiheiten und bezieht auch die formale Struktur des Comics in das Geschehen mit ein. Vergleichbar ist das m.E. noch am ehesten mit den Werken des britischen Underground-Zeichners Hunt Emerson, wobei auch dieser Vergleich hinkt. Unmöglich, dies genauer in Worte zu fassen, verweise ich hiermit einfach mal auf unser Video.

Container – der Titel des Buches erweist dem Umfang alle Ehre: der 280 Seiten zählende Band enthält die Comics "Pixy", "Vakuumneger", "Der Tod", sowie einiges an bislang unveröffentlichtem Material, und bietet in seiner Dichte und Vielfalt Lesespaß für viele Stunden. Eine Empfehlung für Entdecker, Undergroundnostalgiker und alle, die etwas für schrägen, schwarzen Humor und seltsame Dinge übrig haben.

Container
Max Andersson
Reprodukt
Softcover, 280 Seiten, s/w, teilweise farbig, 29 EUR

 

David Petersen – Signiertermin: Die Fotos

Am vergangenen Wochenende war David Petersen bei uns zu Gast. Die Hütte war voll, die Atmosphäre trotzdem entspannt. David Petersen und seine Frau haben einen gleichermaßen professionellen wie sympathischen Auftritt hingelegt, und viele Fans – aber auch etliche Neueinsteiger glücklich gemacht. Hier ein paar Impressionen:

Die Petersens

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We proudly present: David Petersen

David Petersen signiert am 3. März von 14 bis 16 Uhr bei uns im Laden!

+++ Bei Interesse meldet Euch bitte vorab, und laßt Euch zur Vermeidung langer Wartezeiten auf die Liste der Sketch-Interessierten setzen! +++

Mouse Guard: Legenden der Wächter

Nach "Herbst" und "Winter" (wir berichteten hier: Zeit der Mäuse) wird der dritte Band der Reihe "Legenden der Wächter", eine Geschichtensammlung mit vielen Gastzeichnern,  im Februar auf Deutsch bei CrossCult erscheinen. "Mouse Guard: Legenden der Wächter 1" wurde mit dem Eisner-Award als "Beste Anthologie 2011" ausgezeichnet. Der Band enthält Gastbeiträge von Jeremy Bastian, Ted Naifeh, Alex Kain, Sean Rubin, Alex Sheikman, Terry Moore, Gene Ha, Lowell Francis, Jason Shawn Alexander, Nate Pride, Katie Cook, Guy Davis, Karl Kerschl, Craig Rousseau, Mark Smylie, João M. P. Lemmons

David Petersen – Autor und Zeichner

David Petersen - PorträtDavid E. Peterson wurde am 4. Juli 1977 geboren. Er schlug schnell eine künstlerische Laufbahn ein. Eine regelmäßige Diät aus 80er Jahre Zeichentrickserien, Comics aller Art und auf Bäume Klettern hat seine Vorstellungskraft nachhaltig beeinflusst und inspiriert ihn noch heute. „Ich erinnere mich gerne daran, wie wundervoll die Welt war, als ich 8 oder 9 war. Es ist diese Art von unschuldiger Neugier und unendlichen Möglichkeiten in denen ich am meisten Schönheit und Anregungen entdecke. Das ist es, wonach ich in meiner Arbeit am meisten strebe … der typische Peter-Pan-Komplex.“
David Petersen hat für seine Arbeit an MOUSE GUARD zwei mal den renommierten EISNER Award verliehen bekommen und zahlreiche weitere Nominierungen erhalten, u.a. für den Max-und-Moritz-Preis des Comicsalons Erlangen.

Kunstdruck

CrossCult produziert einen auf 111 Exemplare limitierten Kunstdruck, den Ihr bei der Signieraktion erwerben und signieren lassen könnt.

Mouse Guard Kunstdruck 2012 - limitiert auf 111 Exemplare

Links:

Mouse Guard bei CrossCult: http://www.cross-cult.de/fantasy-titeldetails/items/comic-mouse-guard-legenden-der-waechter.html

Zur Homepage des Künstlers gehts hier: http://www.davidpetersen.net/

Die Website zu Mouse Guard findet Ihr hier: http://www.mouseguard.net/

Will Eisner: Studien in Menschlichkeit

Ein moderner Klassiker der „Graphic Novel“

 

Will Eisner: Ein Vertrag mit GottWill Eisner: New YorkWill Eisner: Lebensbilder

 

Will Eisner ist vielen Comicfans vor allem durch seine „Spirit“-Comics aus den 40er und 50er Jahren ein Begriff. Auf durchschnittlich sieben Seiten hat er in diesen Kriminalgeschichten sein erzählerisches Talent trainiert und früh eine Meisterschaft bewiesen, wie sie wohl kein anderer amerikanischer Zeichner der „Superman“- Generation erreichte. Starre Grenzen des Genres hat er schon damals gerne ignoriert und neu ausgelotet, um brillante Charakterstudien über Einzelgänger, unscheinbare Mitmenschen zumeist, mit romantischen Träumen oder seelischen Abgründen zu erzählen.

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Die Calvin und Hobbes Sonntagsseiten

Calvin und Hobbes - SonntagsseitenIm Carlsen-Verlag erscheint eine Sammlung der "Calvin und Hobbes" Sonntagsseiten.

Die von Bill Watterson zwischen 1985 und 1995 gezeichnete Comicserie erschien in zahllosen Zeitungen. Die Mischung aus Humor, Philosophie und sympathischen Charakteren und einer ausgesprochenen Herzlichkeit sorgte dafür, dass Calvin und Hobbes, ähnlich wie die Peanuts weit über die Grenzen der Comicszene bekannt wurden und heute zu den absoluten Klassikern gehören.

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